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  • Marc Antonius Dominick
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Soziale Absicherung, Künstlersozialkasse und Rechtsformen für Musiker, Bands und Künstler

In der Podcast Session 002 geht es um die Themen soziale Absicherung und Rechtsformen für Musiker und Künstler. Klingt trocken, ist es aber nicht. Denn hier geht es nicht nur um Dein Geld, sondern im Zweifel gar um Deine Existenz.

Der Gast

Heute freue ich mich ganz besonders auf Stefan Kuntz. Als Theaterwissenschaftler bringt er eine Menge Erfahrung in zahlreichen Themen rund um Künstler und Kulturschaffende mit. Darüber hinaus ist er seit rund 15 Jahren als Künstlerberater aktiv: www.kuenstlerrat.de

Copyright: Fine Tonhauser, LVR, Köln 2014

Der Stoff

Viele Kreative interessieren sich nur bedingt für Themen wie soziale Absicherung und Rechtsformwahl. Dies mag daran liegen, dass hier oftmals auch das Wörtchen ‘Bürokratie’ mitschwingt. Bürokratie bedeutet „Herrschaft der Verwaltung“, und eine Übersteigerung der Bürokratie (Bürokratismus) stellt manchmal die Vorschrift über den Menschen als Objekt.

Doch welcher dynamische Künstler möchte sich schon gerne mit so etwas befassen oder gar von so etwas ‘einordnen’ lassen?

Dies kann ich verstehen. Wenn es aber um finanzielle Aspekte oder die eigene soziale Absicherung geht, dann macht es wenig Sinn, Augen und Ohren zu verschließen. Dann ist es ratsam, ein Grundlagenwissen zu erwerben und ggf. auch zu prüfen, wie viel Kreativität die eine oder andere Regelung zulässt.

Hier können Experten unterstützen. Stefan Kuntz z.B., hilft bei der Bewältigung der alltäglichen aber auch der nicht alltäglichen Bürokratie-Probleme, die mit der Arbeit als selbständiger Künstler zusammenhängen. Dies z.B. im Kontext Künstlersozialkasse.

Die Zielgruppe

Diese Podcast Session richtet sich an Künstler, die Musik, darstellende oder bildende Kunst schaffen, ausüben oder lehren. Also z.B. Musiker, Tänzer, Theaterleute, Bildhauer, Maler etc. Auch diejenigen, die noch ganz am Anfang stehen und z.B. darüber nachdenken, sich im kreativen Bereich selbständig zu machen, werden viel Hilfreiches im Podcast erfahren.

Die Session-Highligts

  • Welche Rechtsformen kann ein Künstler wählen?
  • Welche Möglichkeiten der sozialen Absicherung bestehen für Künstler?
  • Welchen Charme hat eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) für Künstler?
  • Worauf ist zu achten, wenn andere Künstler für mich Leistungen erbringen?
  • Wie hoch ist der Beitragsvorteil in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, wenn ich über die Künstlersozialkasse (KSK) gehe?
  • Warum legt die Künstlersozialkasse scheinbar immer strengere Maßstäbe an?
  • Kann ich auch von der Künstlersozialkasse profitieren, wenn ich gleichzeitig Geschäftsführer einer GmbH bin?
  • Was sind Fallstricke oder häufige Fehler beim Umgang mit Bürokratie?

Die Erfahrungswerte

  • Erfahre, dass es zwei (negative) Extreme von Künstlern gibt, wenn man das Verhalten von Künstlern im Kontext ‘Bürokratie’ betrachtet, und lerne daraus
  • Nimm die guten Ratschläge mit, die Stefan Kuntz für Künstler mit Ideen und Gründungswillen parat hat

Zitate

  • “Viele Künstlerinnen und Künstler machen sich ja zunächst über die Rechtsform keine Gedanken, weil sie denken ich starte einfach mal so los. Das geht auch, man muss sich darüber nicht all zu viele Gedanken machen. Denn wenn zwei oder drei sich zusammentun und gemeinsam irgendwas unternehmen, dann sind sie [automatisch] eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).”
  • “Man sollte sich bitteschön als ‘selbständiger Künstler’, nicht als ‘Gewerbe’ anmelden. Das führt nur zu ungeheuer vielen Komplikationen. Als selbständiger Künstler ist man Freiberufler und muss sich nirgendwo anmelden. Große Erleichterung! Das machen aber leider trotzdem viele falsch.”
  • “[…] sich zu versichern über die Künstlersozialkasse ist wesentlich preiswerter, weil über die Künstlersozialkasse die Beiträge subventioniert werden.”
  • “In dem Moment, wo er mit seinen Freunden und Kollegen gemeinsam Geld einnimmt oder gemeinsam Geld ausgibt, ist er schon eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Und das bedeutet, dass er eine Buchführung machen muss für diese Einnahmen und Ausgaben […].”
  • “Da es nach meiner Erfahrung leider in solchen Ensembles, in solchen Bands doch hin und wieder kleine Konflikte gibt, z.B. darüber, wer das ‘Ei’ erfunden hat, sollte man schon aufschreiben wer der Komponist ist, wer die Mitwirkenden sind, wer welche Rechte an dem gemeinsamen Song oder an der gemeinsamen Aufnahme hat.”
  • “Sofern er künstlerische Leistungen einkauft, also per Honorarvertrag für eine freie Mitarbeit, wird er KSK-Abgabepflichtig. D.h. er muss 5,2 % auf die Honorare an diese Künstler und Publizistin an die KSK abführen. Das würde er sich sparen, wenn er mit den anderen zusammen eine GbR gründet.”
  • “Das ist leider nicht ganz so einfach, denn die KSK nimmt wirklich nur selbständige Künstler auf, von denen sie annimmt, dass es keine Amateure mehr sind, sondern das die wirklich von ihrer Arbeit leben wollen und leben können.”
  • “Und dann wird derjenige abgelehnt, weil er in seinem Antrag ein paar falsche Stichworte genannt hat.”
  • “Also das was man normalerweise auch als Angestellter in einem Arbeitsverhältnis hat, wo der AG dann die Hälfte der Beiträge übernimmt, diese imaginäre Rolle übernimmt in dem Fall die KSK und kommuniziert entsprechend auch mit den Krankenkassen.”
  • “Die Beschäftigung gegen Honorar ist in vielen Fällen leider mit dem Thema Scheinselbständigkeit verbunden und könnte zu großen Komplikationen führen.”
  • “Das größte Problem ist der Umgang mit Bürokratie.”

Was würden Sie Künstlern raten in der heutigen Welt?

Last but not least habe ich Stefan Kuntz noch um ein paar allgemeine Ratschläge für alls Musiker und Künstler dort draußen gefragt. Hier ein paar Auszüge dazu:

  • “Es gibt 2 Typen von Künstlern. Die einen sind übervorsichtig und wollen alles ganz genau vorher wissen, bis in alle Einzelheiten, am liebsten schon einen Vertrag machen, obwohl sie noch gar keine Vertragspartner haben.”
  • “Die anderen Künstler machen sich keinerlei Gedanken um die Bürokratie und sind dann fassungslos, dass plötzlich jemand, den sie für einen guten Freund gehalten haben aussteigt aus der Produktion, kurz vor der Premiere alles hinwirft, und sie stehen dann da mit einem Berg von Schulden und wissen nicht wie es weiter geht.”
  • “Es ist also gut, sich nicht all zu sehr vorher verrückt zu machen mit all diesem Kram, aber doch ein Grundlagenwissen zu haben, so dass man mit Ruhe in viele kleine Fragen und Konflikte reingehen kann.”
  • “Wenn man eine Idee hat, wie man mit seiner Kunstform Geldverdienen will und kann, dann sollte man das irgendwie dokumentieren […] und nicht einfach beim Bier in der Kneipe ausplaudern, denn dann besteht die Gefahr das andere sagen, oh das ist eine gute Idee, dass mache ich auch.”
  • “Das zweite ist, das man dann diese Geschäftsidee mal versucht probeweise zu realisieren mit einigen Pilotkunden. Das heißt, man geht auf die Suche nach Kunden, die einem das abkaufen, also z.B. die Show, das Konzert, das Bild, die Skulptur oder den journalistischen Artikel. […] Also man steigt ganz stark in diese Fragen der Vermarktung ein.”
  • “[…] man sollte sozusagen das Vermarkten nicht aus dem Auge lassen und sich nicht ein Jahr Vorbereitungszeit geben, um alle Bürokratie zu erledigen, wie das die Existenzgründerseminare mit Businessplan usw. propagieren.”
  • “Also im Grunde genommen nicht zu lange zu warten, nicht zu viele andere Dinge versuchen im Vorfeld zu organisieren oder erstmal hinter sich zu bringen, bevor man überhaupt die Idee mal getestet hat.”

Soweit zur Podcast Session 002. Danke für Deine Aufmerksamkeit! Kommentare, Anmerkungen und Hinweise sind herzlich willkommen. Diese jetzt einfach unten eintragen.

Links


Diese Podcast Session: spreadyourtalent.com/session2

Künstlersozialkasse

 

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